November- April in Deutschland

Hallo meine Lieben!

Wie geht es euch? Lange nicht mehr gesehen hahah
Der ursprüngliche Sinn dieses Blogs war es ja meine Familie und Freunde in Deutschland auf dem Laufenden zu halten während ich 2018 in Paraguay war.
Neulich war Francisco bei uns und er hat gemeint die Blogs waren richtig gut und ich sollte sie wieder schreiben. Das hat mich sehr gefreut und ich überlege mir ernsthaft wieder anzufangen. Einige von euch interessiert es vielleicht nicht ganz so sehr weil wir uns ja fast jeden Tag sehen. Aber deshalb will ich nochmal an die zwei Sätze erinnern die über jedem Blog-Eintrag stehen: Herzlich willkommen bei meinem Blog! Hier schreibe ich so eine Art Rundbrief/ Tagebuch mit total unwichtigen Ereignissen aus meinem Leben, damit Leute DENEN LANGWEILIG IST, auf dem neusten Stand bleiben können :D
Oder Leute die viel zu tun haben, die es aber trotzdem interessiert (?
Wie auch immer, ihr müsst mir ja nicht sagen ob ihr ihn gelesen habt :D

Also, jetzt versuche ich Mal eine Zusammenfassung von dem letzten halben Jahr zu machen.
In der letzten Zeit in Paraguay habe ich hier nichts mehr geschrieben weil doch noch alles sehr stressig geworden ist. Die Thesis haben Maca und ich in einem Auditorium vor ungefähr 50 Leuten und 4 Lehrern, die uns bewertet haben, präsentieren und verteidigen müssen. Meine Knie haben bei einer Präsentation noch nie so sehr gezittert wie an dem Tag. Die Schuhe mit hohen Absätzen haben da nicht geholfen. Aber durch das viele Üben konnten Maca und ich die Präsentation in und auswendig, so dass wir es mit der Zeit richtig gut hingekriegt haben. Ich habe nur gehofft dass meine Stimme sich im Mikrofon nicht so zittrig anhört wie in meinem Kopf. Eine Studentin hat uns danach gesagt dass man allein bei der Begrüßung schon gemerkt hat dass wir auf einem anderem Niveau sind wie die anderen Gruppen (DIE BEGRÜßUNG HAB ICH SO OFT GEÜBT HAHA). Letztendlich konnte ich die Fragen beantworten die Maca nicht wusste und Maca die Fragen die ich nicht wusste. Dream team.
Macarena, Jessica- unsere Tutorin, und ich am Tag der Präsentation.

Ich musste ja noch meine ganzen Sachen loswerden die nicht in meine 2 Koffer gepasst haben, also einfach alles verkaufen und verschenken. Teilweise hat es ein bisschen weh getan wenn ich meine Freunde dann in meinen Kleidern rumspringen gesehen habe, aber anderseits war es auch irgendwie befreiend.
Lisa und Anne + 2 Freundinnen von Anne sind dann noch nach Paraguay gekommen und wir haben eine kleine letzte Tour durch Paraguay gemacht und ein bisschen gezeltet und am Schluss sind wir noch zu Ostertags nach Santani. Es war eine sehr schöne Zeit, leider hat es viel geregnet und es war sehr schlammig. Ich werde mich jetzt nicht mehr darüber aufregen dass die Mädels genau da wo es am schlammigsten war, die Zelte aufbauen wollten. Nein, ich reg mich überhaupt nicht auf.
Hier ein paar fotos von unserer Tour durch Ybycui und cerro Hu usw. Liske hat dort mega schöne Bilder gemacht 😍


 

 



Dann habe ich mit ein paar anderen Freunden, Fabian im Chaco besucht. Ein letztes Mal Asado und Guiso gegessen und die Hitze so richtig erlebt :P Es war ein sehr schönes Wochenende.

 

 


Ich hatte meinen Geburtstag dann mit meiner Abschiedsparty kombiniert und obwohl das Vorbereiten stressig war, lief alles so gut. Und es sind so viele Leute gekommen, von überall, das war richtig genial alle nochmal zu sehen. Ich habe jedem ein Foto von uns beiden geschenkt und hinten was für die Person drauf geschrieben. Diego hat mir einen Schlüsselanhänger geschenkt wo ein Foto von Baloo und mir eingraviert ist. Da sind ein paar Tränen geflossen. Und ist definitiv eins meiner Top Geburtstagsgeschenken, gleich neben den 10 Kilo Eis zu meinem 13. Geburtstag :D

   

2 meiner Lehrerinnen habe ich auch noch Abschiedskärtchen geschrieben wo ich ihnen dafür gedankt habe mit so viel Geduld und Liebe unterrichtet zu haben usw und wo ich ihnen einfach erzählt habe wie sehr ich sie ins Herz geschlossen habe. Keine von beiden hat es erwartet. Gloria habe ich noch eine Patagonia gegeben weil sie die so gerne trinkt. Da hat sie mir gesagt, ich wäre die erste der sie das erzähle aber das Bier wird sie erst in 9 Monaten trinken können! Und aaaaah das war schön!! Inzwischen ist ihr Bauch riesig! Jessica hat meinen Brief bekommen als sie mitten im Unterricht war und hat ihn auch dort gleich gelesen. Danach haben mir die Studenten, die dort waren, erzählt dass sie geweint hat. Hach ist das nicht herrlich, wie sensibel wir Frauen sind? xD
An dem Tag als ich gegangen bin, habe ich Doti morgens nochmal gesehen. Der Abschied hat nicht so weh getan wie es die Entfernung jetzt tut. Das gemeinsame Frühstück einmal die Woche, fehlt mir sehr. So wie immer waren die letzten Stunden vor dem Flug noch am verrücktesten und ich habe es leider nicht hingekriegt mich von allen auf der Mission zu verabschieden, das ist einfach nur dumm gelaufen. Nadia und ein Freund von ihr haben mich dann zum Flughafen gefahren und das Abschiedskomitee war größer als erwartet! Giani, Sara, Isa, Andi, Andrés, Emma, Diego, Nadia und der Freund dessen Namen ich vergessen habe.

 

Als ich im Flugzeug war, war ich irgendwie froh es endlich geschafft zu haben. Die fiesen Abschiedsbriefe die man erst im Flugzeug lesen darf haben mich natürlich zum heulen gebracht.
Alleine Reisen ist langweilig und anstrengend wenn man sich nur seinen eigenen Gedanken überlassen ist. Am Flughafen in Sao Paulo habe ich eine Paraguayerin getroffen die mir fröhlich von ihrer Affäre mit ihrem Chef erzählt hat und ich habe mich ernsthaft gefragt bis in welches Land mich der paraguayische Klatsch und Tratsch verfolgen wird.
Ich weiß dass ich in Paraguay nicht glücklich gewesen wäre wenn ich für immer dort geblieben wäre. Es war Zeit für ein Wechsel. Es tat trotzdem weh.
In Deutschland angekommen, haben Manu, Timo, Doro, Lydia und Simon mich am Flughafen empfangen. Sie hatten heliumgefüllte Luftballons dabei, das war ein herrlicher Anblick wie die Gruppe damit die Rolltreppe runtergekommen ist und mega mega süß. Simon hat mich als erstes so fest gedrückt, das hatte ich gar nicht erwartet, aber es hat mich glücklich gemacht- wenn sogar die Leute mit denen ich gar nicht verwand bin, sich so auf mich freuen, dann kann Deutschland ja nur toll werden!
Danach war Abendessen bei Ruth. Ruth hatte Timo gefragt was ich mag und Timo hat Emma geschrieben. Emma hat ihm Dampfnudeln gesagt und das stimmt! Aber ich habe schon so lange keine Dampfnudeln mehr gegessen dass ich ganz vergessen habe wie sehr ich sie mag. Emma wusste es noch. Er kennt mich halt besser als ich selber haha. Meine Freunde sind eben die besten Freunde.
Weihnachten und Neujahr waren mal wieder sehr schön mit der Familie.
Im Januar hatte ich mein Bewerbungsgespräch bei Global Team und siehe da, ich habe eine Zusage bekommen :)
Falls dich interessiert was das jetzt genau ist, kannst du mal bei diesem Link vorbeischauen:
https://global-team.org/verein
Du kannst dich ja ein bisschen weiterklicken um die Projekte dort kennen zu lernen.
Ich bin mir jetzt auch nicht mehr ganz sicher, aber ich glaube es war 2011 oder 2012 als ich das erste Mal mit Global Team Kontakt aufgenommen habe. Und jetzt wird alles immer realer, nächstes Jahr werde ich schon in China sein!
Anfangs habe ich mir Sorgen gemacht weil das mit den Spenden schon irgendwie ein Thema ist. In Paraguay ist es gerade in T-shirts zu drucken und zu verkaufen wenn man Geld für irgendwas "Gutes" braucht. Aber manchmal wird das Geld auch anders ausgegeben. Andrés und ich haben uns ein bisschen lustig über Emma gemacht weil er ein T-shirt gekauft hat und letztendlich wurde was ganz anderes mit dem Geld gemacht wie eigentlich geplant war. Dann hat er gemeint er kauft nie wieder solche T-shirts, er wird aber mit Andrés und den anderen Románs zusammen T-shirts VERkaufen und so Spenden für mich sammeln. Er hat sogar angeboten ein Konto aufzumachen damit die Leute in Paraguay leichter spenden können. UND eine offizielle Internetseite machen, selinainchina.com oder so, damit ich da meine blogs weiterschreiben kann, weil blogspot in China ja gesperrt ist. Unter der Bedingung dass ich dann alle Einträge auf deutsch und auf spanisch schreibe lol. Ich seh´s kommen, auf englisch darf ich dann auch noch schreiben...
Aber wenn man die besten Freunde der Welt hat, braucht man sich ja eigentlich keine Sorgen um die Zukunft zu machen :) Mit Mama war ich in Aidlingen und sie hat mich den Schwestern vorgestellt (Mama ist da mega die Berühmtheit und ich halt ihre Tochter). Jetzt habe ich dort auch einen Frauenkreis der mich mit Gebeten unterstützen wird, genauso wie bei meinen Eltern. Das ist wirklich was Schönes.
So langsam kommt mir China wie ein Film vor, wo ich das Buch schon gelesen habe. Hier in Deutschland wollen alle ganz genau wissen wie meine Arbeit, Kultur, Landschaft, die Menschen, Regeln etc dort sind. Dadurch fange ich dann auch an mich zu informieren usw aber irgendwie nimmt mir das den Überraschungseffekt. Als ich damals Schüleraustausch in USA gemacht habe, habe ich erst im Flugzeug gemerkt was grade passiert. Ich hatte vorher noch nie dran gedacht dass ich dort ja gar nichts und niemanden kenne und vielleicht die Sprache gar nicht so gut kann und das Ganze vielleicht eine ganz dumme Idee sein könnte. Aber dadurch dass ich überhaupt keine Erwartungen hatte, ist alles prima gelaufen. Ich war eigentlich sehr zufrieden damit.
Jetzt überlege ich mir wie ich das machen kann dass ich mit meinen Gedanken nicht schon in China lebe. Früher fand ich die Kurzzeitmitarbeiter die mehr Zeit damit verbracht haben mit ihrem Freund oder Freundin in Deutschland zu skypen, als mit uns Kindern Dinge zu unternehmen, etwas nervig. So will ich nicht werden, deshalb strenge ich mich an jeden Moment in Deutschland genießen und lieben zu lernen. So weit geht es mir bisher mit meiner Integration:
1. Ich habe mich schnell an die deutsche Art sich zu begrüßen gewöhnt. Eigentlich ist es ganz nett alle zu Umarmen, und man könnte sagen ich finde es lustig die Leute zu knuddeln.
2. Es ist sehr schön wenn man sein Handy in der Öffentlichkeit benutzen kann, ohne Angst zu haben dass man es gleich weggerissen bekommt. In der Bahn kann ich Musik hören und sogar das Handy rausholen um das zu Lied wechseln. Wenn ich den Weg nicht weiß brauche ich keine Angst zu haben google maps zu benutzen. Ich brauche mein Handy nicht an unangenehme Stellen zu stecken damit man nicht sieht dass ich eins habe- In den Sport-BH oder vorne in die Jeans rein oder wo auch immer.
3. Mein Körper hat sich nicht daran gewöhnt dass ich "sicher" bin. Wenn jemand an mir vorbei gehen will und mich aus Versehen von hinten berührt, zucke ich zusammen, genauso wie wenn jemand an meiner Seite auftaucht ohne dass ich ihn vorher bemerkt habe.
4. Brot. Warum gibt es hier so viel davon und warum ist es so lecker?
5. Ich bin auf deutsch immer noch nicht so witzig wie auf Spanisch. Der deutsche Humor ist ein Kapitel für sich.
6. Zebrastreifen. Es Überrascht mich immer noch dass die Autos tatsächlich halten.
7. Um mich an den deutschen Verkehr zu gewöhnen habe ich eine Fahrstunde genommen. Dass es keinen Schlüssel gab um das Auto anzumachen, sondern einen Knopf, daran konnte ich mich gewöhnen. Aber DIE HANDBREMSE WAR AUCH NUR EIN KNOPF! 1. Welt Länder hejo...
8. Zum Glück fahre ich hier nicht regelmäßig Auto und muss nicht tanken. Ich würde jedesmal im Auto warten bis endlich jemand ans Fenster kommt und für mich tankt und mir ne Rechnung ausstellt xD
9. So langsam mutiere ich zum echten Deutschen der erst nach 5 Tagen auf WhatsApp Nachrichten antwortet. Aber meine Mails beantworte ich leider immer noch nicht lol.
10. Die restlichen deutschen Whatsapp Rituale sind sehr seltsam. Wenn man weiß dass der andere Kontakt seine Nummer gespeichert hat, muss man sich trotzdem jedes Mal mit seinem Namen verabschieden. Man benutzt wenig Emojis. Whatsapp-Gruppen sind NUR informativ. Man schickt sich keine Memes, man macht keine Witze, man schreibt nur Dinge die "wichtig" sind. Sehr gewöhnungsbedürftig.
Hm ja, das war´s jetzt mal mit meinen Integrations-Erfahrungen.
Jetzt die Frage die sich alle stellen: "Selina, was machst du überhaupt den ganzen Tag?"
Die Frage ist inzwischen genauso unbeliebt wie "woher kommst du?".
Aaaalso... Ich bin Ende November angekommen, und war zu Papas 60. Geburtstag da, das war sehr schön. Mama hat gemeint ich darf Dezember Pause machen und ab Januar wieder mit meinem Leben anfangen. Inzwischen habe ich einen Monat lang Praktika gemacht. Bei "bewegbar" in Echterdingen und "rehamed" in Vaihingen. Bewegbar war ganz nett weil es eine kleine Praxis ist und sie einen Therapie-Hund haben der mega mega süß ist. rehamed ist riiiiesig aber hat sehr viel Spaß gemacht weil viele junge Leute und Praktikanten dort arbeiten. Ich habe ein paar Freunde gemacht :)
Die Sache ist die, ich kann in Deutschland nicht als Physiotherapeutin arbeiten solange ich nicht staatlich anerkannt bin. Dafür braucht man viele viele Dokumente, in meinem Fall waren es 17 insgesamt. Eines davon hatte ich nicht und es musste mir aus Paraguay nachgeschickt werden. Meine liebe Uni hat lange nicht kapiert um was es geht und deshalb einfach gar nichts gemacht obwohl ich andauernd jemand von meinen Freunden vorbeigeschickt habe um nachzufragen. Als sie es dann endlich hatten, haben sie es falsch gemacht und dann ging es nochmal von vorne los. Jetzt im April ist es endlich angekommen und ich konnte alles dem Regierungspräsidium abgegeben. Die Kontrollieren jetzt wie viele Stunden ich jedes Fach und Praktikum hatte und wenn es mit dem deutschen Lehrplan übereinstimmt bekomme ich die Anerkennung. Wenn nicht muss ich hier noch ein paar Fächer nehmen und bekomme dann erst die Anerkennung.
Währenddessen haben wir als Familie angefangen ein Haus zu renovieren. Man kann so so viel machen, irgendwie fällt einem immer noch was auf, was fehlen könnte, und dann hört die Arbeit nie auf. Das ist anstrengend, macht nicht immer Bock, vor allem seit Timo wieder nach Heidelberg gezogen ist. Aber ich lerne sehr viel und wenn die Sachen am Schluss schön aussehen macht es auch Freude und irgendwie ist man dann doch stolz auf seine Leistung. Und zwischendurch entstehen tolle Fotoshootings ;)


Mein Plan ist jetzt noch fertig renovieren und wenn das Regierungspräsidium sich bis dahin noch nicht gemeldet hat, arbeite ich irgendwo als Aushilfe. Im Bildungsinstitut proapollo suchen sie gerade noch jemanden um erste Hilfe Kurse zu machen, ich glaube das könnte lustig werden.
Als Timo über die Semesterferien hier war, hat er ein Bibelstudium angefangen. Papa "unterrichtet", oder wie sagt man da? Und Timo hat Leute eingeladen. Es ist jedes Mal richtig genial. Irgendwann kam raus dass er eigentlich eine bestimmte Altersgruppe als Ziel hat und ich zu alt bin. Da ich aber die bin die den Kuchen backt, kann man nicht so gut auf mich verzichten hehehe.

 


Naja, aber weil ich Enneatyp 4 bin, bin ich natürlich neidisch geworden und wollte auch was besonderes sein. Da kam die Idee von Doro, Lydia und mir, einen Frauen-Bibelkreis-für alle Altersgruppen zu gründen :D
Bis jetzt fehlt uns noch jemand der die Andachten machen würde. Mir kam neulich die Idee, da es ein Frauenkreis ist, könnte man ja alle Frauen der Bibel durchstudieren. Überlegen, beten und mal sehen was draus wird.
Was auf jeden Fall was wird ist der Mädchenkreis für Ausländerinnen der diesen Freitag im DOMINO anfängt. Dönüs hat mich gefragt ob ich mitmachen könnte und obwohl ich wahrscheinlich noch nicht so viel Kontakt zu den Nationalitäten hatte die mich da erwarten, denke ich dass es eine schöne Zeit werden kann. Ich freu mich schon drauf.
Ja, und ansonsten habe ich angefangen deutsche Medizinbücher zu lesen um mich an die deutschen Begriffe zu gewöhnen und nicht alles vom Studium zu vergessen. Ich habe auch einige Apps runtergeladen und mit chinesisch Lernen angefangen.
Ansonsten habe ich am Anfang auch einige Freundinnen besucht, hier ein paar Fotos.
 
Oh, und ich habe das Abstellzimmer vor Doros Wohnung (mit Hilfe von allen im Haus) ausgeräumt und bin reingezogen, damit Timo in sein (mein) Zimmer konnte. Es ist richtig schön geworden. Das schönste ist dass Doro nebenan wohnt und eigentlich immer Zeit für mich hat. Jedesmal wenn ich eine Frage über die interessante deutsche Kultur habe, erklärt sie mir alles mega geduldig und ich kann mit jedem Problem zu ihr kommen und mich bei ihr auskotzen. Danke Doro, du bist einfach toll :)


 Hm, was noch? Wir waren beim Jugendtag bei der DIPM und ich habe so viele Leute getroffen. Ich dachte ich würde vielleicht 2 Menschen kennen, aber letztendlich waren es so viele und sie waren alle so herzlich und haben sich so gefreut mich zu sehen. Ich habe mich natürlich genauso gefreut :D
 
Oh, und hier in der Fackel (Jugendkreis) fühle ich mich wohl. Klein aber fein.
Im Domino habe ich eine neue Freundin gemacht, sie heißt Isabell und kommt aus USA, spricht aber auch Spanisch und lernt deutsch. Ich glaube sie ist B1 oder 2. Das ist immer ein wunderschöner Mischmasch aus Sprachen wenn wir reden und erinnert mich an alle MKs mit denen man einfach auf 4 Sprachen gleichzeitig reden kann und alles viel lustiger ist. Sie hat auch einen ganz anderen Humor und wir haben, als wir uns das erste Mal getroffen haben, sofort laut miteinander lachen können. Das war so schön und ist mir bisher selten in Deutschland passiert. Dieses Lachen bis man Bauchweh bekommt, das fehlt mir sehr. Wie gesagt, auf deutsch bin ich eben noch nicht so witzig wie auf Spanisch, aber irgendwann werde ich´s auch drauf haben, wartet´s nur ab.
In Paraguay war ich einmal mit Bibi und Sara essen und zufälligerweise kam Diego mit seinen Freunden zum gleichen Restaurant. Er hat gemeint er hat von der Straße aus schon erkennen können wer da drinnen so lacht. (Ich muss zugeben die Konversation war wahnsinnig witzig, aber mit Sara und Bibi MUSS man einfach immer lachen). Da dachte ich mir, die Selina will ich in jedem Land sein, in das ich komm. Die mit der lauten, nervigen Lache, die will ich überall sein.
Vielleicht klappt es bis jetzt nur mit den Third Culture Kids, aber irgendwann werde ich die Deutschen auch noch zum Lachen bringen!
Ich hatte neulich so eine kleine Krise von der ich wusste dass sie kommen würde. Andere hatten sie ja auch schon. Wenn man zu einem Land gehört und dann in ein anderes Land kommt, hat man Angst davor das neue Land zu mögen oder sich da wohl zu fühlen oder es sogar besser finden wie das andere, weil es ja dann ein Verrat gegen das 1. Land wäre. Und das geht ja nicht, weil man das 1. Land zuerst geliebt hat. Damit hatte ich gerechnet. Aber ich habe nicht damit gerechnet dass mir das nicht mit dem Land, sondern mit mir selber so geht. Wenn ich in Paraguay die Flexibilität und Spontaneität geliebt habe und mich damit identifiziert habe, wie kann ich in Deutschland dann so tun als ob ich Pünktlichkeit mag? Heißt das nicht dass ich mich dann komplett verstellen würde und gar nicht mehr ich selber bin? Ich habe mit Anne darüber geredet und sie hat mir so schön erklärt dass man von jeder Kultur ein bisschen in sich hat. Wenn man in einem Land ist kann die eine Kultur mehr rauskommen und wenn man in einem anderem Land ist, kommt die andere Kultur mehr raus. Man ist immer noch beides, aber es kommt auf die Situation drauf an, dann ist man immer von dem einem mehr wie von dem anderem. Das hat mich dann beruhigt, weil ich somit ja niemandem etwas vormache was ich gar nicht bin. Ich darf immer noch beides sein. Das ist ein schöner Gedanke.
Ach ja, und ich habe in Deutschland so einen komischen Ausschlag bekommen. Die Hausärztin dachte es wäre ein Pilz. 2 Hautärzte später ist der Verdacht bei Schuppenflechte. Beim nächsten Arztbesuch wird man wahrscheinlich mehr wissen, aber bis jetzt weiß ich nur dass ich jeden Tag mehr rote Flecken auf meinem ganzem Körper bekomme. Aber es juckt nicht und tut nicht weh, also halb so wild. NUR DIE FLECKEN TAUCHEN ÜBERALL AUF, aber halb so wild xD
Jetzt muss ich noch was über mein Glaubensleben schreiben, dann ist mein Rundbriefritual fast beendet hahaha.
Erinnert ihr euch noch an meine Freundin, von der ich Mal erzählt habe? Bei der ein Geist ins Zimmer kommt und die Türe aufmacht auch wenn sie abschließt? Sie ist neulich ins Gefängnis gekommen. Ich will hier gar nicht auf den Grund eingehen. Aber ich habe noch nie so intensiv gefastet und gebetet wie an dem Tag an dem sie vor Gericht gekommen ist. Ich wusste um wie viel Uhr es anfängt, aber niemand hat mir Bescheid geben können wie es ausging. Um die Uhrzeit bin ich auf die Knie gegangen und habe gebetet und gebetet. Normalerweise kann ich gar nicht länger als 10min beten, aber an dem Tag waren es vielleicht 2 Stunden. Irgendwann bin ich dann eingeschlafen :P Ihre Mutter hat mir dann geschrieben dass sie ins richtige Frauengefängnis muss und nicht "prisión domiciliaria" bekommen konnte. Am Anfang war das sehr frustrierend weil Gott meine Gebete ja gar nicht erhört hatte. Ich wollte nicht dass sie dorthin kommt, weil ich solche Angst hatte dass ihr dort erst recht was passieren könnte. Paraguayisches Gefängnis eben. Aber inzwischen sieht es so aus als ob sich alles zum Gutem wendet. Von unseren Freunden die sie besuchen habe ich gehört dass sie sich jetzt mehr für Gott interessiert. Falls sie es dieses Mal wirklich ernst meint und sich bekehrt, wäre das mehr als eine Gebetserhörung, es wäre ein Wunder.
Was ich eigentlich sagen will... Ich habe zum ersten Mal gemerkt wie mächtig Gebet sein kann und wie lange ich in dem Kampf durchhalten kann. Ich will mir jetzt angewöhnen kniend zu beten, da kann man sich viel besser konzentrieren.
Und um das Ritual zu beenden, hier ein link um den Rundbrief ausklingen zu lassen. Das ist Berta Rojas, Paraguays ganzer Stolz.

https://www.youtube.com/watch?v=8B9AuXUqA-o

Macht´s gut, und bis vielleicht nächsten Monat!

Comentarios

Entradas populares de este blog

Juni- Juli